Marias Pakt mit San Judas Tadeo

Auf Spurensuche nach dem Heiligen der Unheiligen in
Mexiko-Stadt

Ein Feature von Øle Schmidt für SWR 2

Jeden Monat am achtundzwanzigsten Tag versammeln sich Tausende vor der Kirche San Hipólito. Doch es sieht mehr nach einem Rockkonzert aus, als nach einer religiösen Prozession. Die 21-jährige Maria ist immer dabei. Viele Junge, aber auch Alte ehren dann gemeinsam San Judas Tadeo. Nein, nicht den Judas, der Jesus verraten hat, sondern den Apostel, der ihm bis in den Tod die Treue gehalten hat. In der mexikanischen Hauptstadt ist San Judas eine Art religiöser Kurt Cobain; der Erlöser für die Kleindealer und Gelegenheitshuren, für die Tagelöhner und Obdachlosen. Für all die Vergessenen an der Peripherie, die Papst Franziskus gerne wieder im Schoß der Kirche sähe. Jeden Tag betet Maria zu San Judas, bis an ihr Lebensende trägt sie ihn bei sich: als Tattoo auf ihrer rechten Wade. Doch warum hat Maria sich dem Heiligen der Unheiligen verpflichtet?