Der DJ-Hype ist zu Ende!

Gedanken eines ehemaligen Rockisten über die laaaaaaaangweilige Körperlosigkeit von DJ-Sets. Von Øle Schmidt Nein, es ist eben keine Geschmacksfrage, wenn Robbie Williams vor verzückten Massen Let Me Entertain You zelebriert; vielmehr Ausdruck eines kollektiven Bedürfnisses nach Unterhaltung, nach Verzauberung. Natürlich lässt sich über Pop-Musik im Allgemeinen und Robbie Williams im Speziellen vorzüglich streiten. Unbestritten aber ist, dass es eben nicht nur um Musik geht, sondern gerade auch um ihre körperliche Präsentation, die Energie einer popkulturellen Inszenierung. Der für drei, vier Stunden autistisch operierende DJ, als moderner Prototyp des kühlen und narzistischen Selbstdarstellers (In meinem Film bin ich der Star, ich …

»Es geht um eine Eroberung der Strasse«

Über die mediale Wahrnehmung einer bemerkenswerten Guerillakunst- aktion in Wuppertal – chronologisch, polemisch. Von Øle Schmidt Nein, das hatte die Republik noch nicht gesehen: in einer konzertierten Aktion machten Streetart-Künstler aus der ganzen Welt eine Stadt zu einem Gesamtkunstwerk. Monatelang tagsüber generalstabsmäßig geplant, bei Mondschein dann illegal umgesetzt. Perfekt ist die Verwirrung, als die monetäre Allianz der Zeichenaktivisten mit einem Brausehersteller öffentlich wird. Wie bitte? Geschenkte Kunst, finanziert von einem kommerziellen Geldgeber? Eine polemische Chronik kommunizierter Botschaften im öffentlichen Raum – und die Reaktion der verdutzten Museumsbewohner wider Willen. In Wuppertal. Über Nacht war alles anders, die Bewohner des von …

Ist der DJ-Hype zu Ende?

5O ZEILEN HASS VON ØLE SCHMIDT Nein, es ist eben keine Geschmacksfrage, wenn Robbie Williams vor verzückten Massen »Let Me Entertain You« zelebriert; vielmehr Ausdruck eines kollektiven Grundbedürfnisses nach Unterhaltung, nach Verzauberung. Natürlich lässt sich über Pop-Musik im Allgemeinen und Robbie Williams im Speziellen vorzüglich streiten. Unbestritten aber ist, dass es eben nicht nur um Musik geht, sondern gerade auch um ihre körperliche Präsentation, um Vibrationen und die Energie einer popkulturellen Inszenierung. Der für drei, vier Stunden autistisch operierende DJ, als moderner Prototyp des kühlen und narzistischen Selbstinszenierers (»In meinem Film bin ich der Star, ich komm’ auch gut alleine …