Ein subversiver Lesezirkel

Der kubanische Untergrundbibliothekar Raúl riskiert viel, um seinen Landsleuten verfemte Literatur nahezubringen. Er träumt von einer offenen Gesellschaft. Von Øle Schmidt »Wenn Polizisten kommen, sprichst du nicht mehr mit mir, und wechselst die Straßenseite.« Mein Informant Pablo knipst das rechte Auge zu, er möchte entspannt wirken. Wissen wir doch, dass dieser Nachmittag massive Konsequenzen haben könnte. Pablo riskiert Gefängnis. Er will mich zu einem Untergrundbibliothekar führen, einem namenlosen Bekannten, der ihn immer wieder illegal mit Lektüre versorgt, die in Kuba auf dem Index steht. Ein gefährlicher Ausflug. Zumal es Kubanern verboten ist, direkten Kontakt zu Fremden aufzunehmen. Ein verzweifelter Kampf …

»Es geht um eine Eroberung der Strasse«

Über die mediale Wahrnehmung einer bemerkenswerten Guerillakunst- aktion in Wuppertal – chronologisch, polemisch. Von Øle Schmidt Nein, das hatte die Republik noch nicht gesehen: in einer konzertierten Aktion machten Streetart-Künstler aus der ganzen Welt eine Stadt zu einem Gesamtkunstwerk. Monatelang tagsüber generalstabsmäßig geplant, bei Mondschein dann illegal umgesetzt. Perfekt ist die Verwirrung, als die monetäre Allianz der Zeichenaktivisten mit einem Brausehersteller öffentlich wird. Wie bitte? Geschenkte Kunst, finanziert von einem kommerziellen Geldgeber? Eine polemische Chronik kommunizierter Botschaften im öffentlichen Raum – und die Reaktion der verdutzten Museumsbewohner wider Willen. In Wuppertal. Über Nacht war alles anders, die Bewohner des von …