Eine archaische Hommage an die Kraft

Die New Yorker Hardcoreband Biohazard findet nach zwölf langen Jahren den Weg auf eine deutsche Bühne. Von Øle Schmidt Plötzlich ist es komplett dunkel. Die eben noch taghell erleuchtete Bühne versinkt in tiefem Schwarz. Stille. Dann, als Auftakt einer martialischen Selbstinszenierung, jagen Sirenen durch den großen Saal der börse, detonieren Bomben inmitten sinfonischer Klänge. Die Star Wars-Titelmelodie. Zwei Töne später, nachdem Biohazard angefangen haben zu spielen, bebt der Saal, ächzt das Gebäude unter der tonnenschweren Last ihrer Musik. Ihre erste Welle musikalisch transformierter Aggression elektrisiert die 600 Besucher, kollektiver Pogo bricht aus, Stage-Diving. Zwölf lange Jahre hat es gedauert, bis Biohazard, eine der …

»Ich möchte kein Märtyrer meiner Disko-Religion sein!«

Unter vier Augen: Der House-DJ und Autor Hans Nieswandt hat im Auftrag des Goethe-Instituts den Nahen Osten bereist. Als Kulturbotschafter für deutsche elektronische Musik gab er Workshops für Nachwuchstalente in Bethlehem, Gaza-Stadt und Jerusalem. »Disko Ramallah – und andere merkwürdige Orte zum Plattenauflegen« heißt das Buch Nieswandts über seine mitunter skurrilen Erlebnisse während seiner zehnwöchigen Mission. Interview: Øle Schmidt Du hattest das Privileg, als erster deutscher DJ im Nahen Osten zu arbeiten. Vor deiner Dienstreise für das Goethe-Institut hast du dich gefragt, ob man in dem von Krieg geschundenen Westjordanland Platten auflegen darf. Wie fällt deine Antwort aus? Ich denke, …