Vorwärts, zurück in die Gegenwart    

Als vor fünf Jahren in Haiti die Erde bebt, verliert Vea Dieudonne seinen Sohn, sein Haus stürzt ein. Er schmeißt seinen gut bezahlten Job im Norden der Karibikinsel und fängt bei der Welthungerhilfe an. Der Berater will mithelfen, seine Heimatstadt Jacmel wieder aufzubauen. Doch das ist nur die halbe Geschichte. Von Øle Schmidt Meine Reise in das Jetzt beginnt mit einem Paukenschlag aus dem Gestern. Kurz bevor ich in den Flieger nach Haiti steige, lese ich: Baby-Doc ist tot. Der jüngste aller haitianischen Diktatoren hatte bei seiner Flucht 1986 die Staatskasse mit bis zu 800 Millionen US-Dollar mitgenommen. Nun war …

Die Menschen und das Monster

Im mexikanischen Tabasco werden Dorfbewohner vom staatlichen Erdölkonzern Pemex enteignet und vergiftet. Ein Drama in sieben Akten über Macht, Ohnmacht und Hoffnung. In den Hauptrollen: skrupellose Erdölmanager, korrupte Politiker und willfährige Richter. Doch kein Stück ohne Helden. Zornige Betroffene und mutige Anwälte wehren sich. Unterstützt aus Deutschland, von MISEREOR. Von Øle Schmidt Die gute Nachricht zuerst: es besteht keine Lebensgefahr! Lorena, Efrain und die anderen werden belogen und schikaniert von den Autoritäten des Staates und des Staatsbetriebes Pemex. Doch im Unterschied zu Menschenrechtlern in anderen Teilen Mexikos werden ihnen nicht Köpfe und Gliedmaßen abgetrennt. In einem Land, in dem Auftragsmörder …

Familienangelegenheiten

Frau, Indigena, Regimegegnerin: Die anonymen Anrufer haben gleich drei Gründe, um Bertha Cáceres mit dem Tod zu drohen. Dass sie weiter in Honduras für Demokratie und gegen Staudämme kämpft, ist auch eine Verbeugung vor ihnen Ahnen. Von Kathrin Zeiske und Øle Schmidt Es ist wie der Besuch eines ungeliebten Vertrauten, der plötzlich wieder auftaucht, obwohl er nicht eingeladen ist. Jemand, der sich nicht abschütteln lässt, der Besitz ergreift, und sich in die Seele schleicht. Angst und Bedrohung begleiten Bertha Cáceres so lange sie denken kann. Doch seit dem Putsch vor drei Jahren ist es besonders schlimm.»Meine vier Kinder sind in …